Kinox.to & Movie4k.to sperre in Österreich – Wichtige Fragen geklärt

Das Wiener Handelsgericht hat eine einstweilige Verfügung erlassen, um die Portale movie4k sowie kinox mit sofortiger Wirkung zu sperren. Davon betroffen sind die Provider A1, Tele2, Drei und UPC. Der folgende Beitrag gibt die Antworten zu den wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Wie kam es zur Sperre?

Angefangen hat alles mit dem Film „Das weiße Band“ von Michael Haneke, der auf kino.to verfügbar war. Dadurch wurde jahrelang ein Rechtsstreit über sämtliche Instanzen ausgelöst. Die Gerichte kamen schließlich zum Urteil, dass die Sperrung der Netze zulässig ist. Der Verein Anti-Piraterie (VAP) reichte im aktuellen Fall die Klage im August ein, da die Provider der Aufforderung bezüglich der Netzsperren nicht nachgekommen waren. Aufgrund der Sammelklage gegen vier Internetprovider hat das Wiener Handelsgericht eine einstweilige Verfügung erlassen, um den Zugang zu den Portalen movie4k sowie kinox zu sperren. Die Provider mussten dieser Aufforderung nachkommen. VAP-Geschäftsführer Werner Müller war über das Urteil kaum überrascht, da die Rechtslage für ihn eindeutig war. In einer Presseaussendung ließ er zum Urteil verlauten, dass wieder einmal bestätigt wurde, dass die Konsumenten kein Grundrecht darauf haben, einen Zugang zu kriminellen Internetangeboten zu nutzen. Auch die AGBs der Provider halten dies sinngemäß fest.

Warum kam es zur Sperre?

Die Provider wurden angeklagt, da die Verbraucher auf den Seiten ein umfangreiches Streamingangebot nutzen können. Der Verein verfolgt neben vielen anderen Institutionen das Ziel, dass das illegale Downloaden nicht mehr in dem Ausmaß stattfinden darf, wie es heutzutage der Fall ist. Es geht darum, dass der Wirtschaft und vor allem den Produzenten und Künstlern damit geschadet wird.

Was macht der VAP?

Der Verein vertritt die Rechte von Film- und Fernsehproduzenten, Home-Entertainment-Unternehmen, österreichischen Filmverleihern sowie Zulieferern der Filmbranche. Mit Öffentlichkeitsarbeit, Klagen über Gericht sowie Lobbyingarbeit auf Piraterie soll ein „Unrechtsbewusstsein geschaffen“ werden.

Wie können die Sperren umgangen werden?

Je nach Sperrung kann es entweder ziemlich einfach oder auch schwierig sein, diese zu umgehen. Eine DNS-Sperre beispielsweise ist sehr einfach zu umgehen, denn statt der Webadresse der Homepage wie movie4k.com oder kinox.to muss lediglich die direkte IP-Adresse eingegeben werden. Im Fall von kinox wäre dies „91.202.61.170? und von movie4k „91.202.63.160?. Die so genannten IP-Sperren sind da schon etwas schwieriger zu umgehen, jedoch ist es auch in diesem Fall möglich, beispielsweise indem VPN-Lösungen oder der Anonymisierungsdienst Tor genutzt wird.

Was ist die Piratenbucht?

Piratebay.se zählt zu den beliebtesten Internetadressen für schwedische legale und illegale Downloads. Der VAP wollte eigentlich mit der Klage ebenso Pirate Bay sperren lassen, da allerdings auf der Seite legale Dateien, beispielsweise Daten, die von Musikern bereitgestellt werden, heruntergeladen werden können, konnte die Webseite eine Klage vorerst abwenden.

Was sind die Kritikpunkte?

Derartige Blockaden werden zukünftig häufiger vorkommen. Viele meinen zudem, dass mit der Regelung eine falsche Richtung eingeschlagen wird, da es richtig wäre, statt der Provider lieber die Webseiten-Betreiber zu bestrafen. International sorgen sich die Provider insbesondere um eine mögliche Sperrung von VPNs, da es damit auch nicht mehr möglich wäre, IP-Sperren zu umgehen.

Wie geht es weiter?

Die Musikbranche fordert ebenso, dass illegale Download-Seiten gesperrt werden sollten, was jedoch bisher noch nicht umgesetzt wurde. Folgende Internetseiten könnten betroffen sein: 1337x.to, isohunt.to, und h33t.to. Die beliebten Seiten wie The Pirate Bay können oftmals über mehr als eine IP-Adresse und eine URL erreicht werden. Fans und Aktivisten klonen die entsprechenden Seiten einfach und stellen sie unter weiteren Adressen bereit, wie es bereits im Fall von movie4k und kinox.to geschehen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *