Machen sich kinox.to Nutzer strafbar?

Nachdem die Polizei bereits zwei Personen festgenommen hat, die mit der Gründung von kinox.to in Verbindung gebracht werden, sind auch viele Nutzer der Plattform für Filme und Serien verunsichert. Sie stehen in der Unsicherheit, sich vielleicht strafbar gemacht zu haben. Hier haben wir einige Fakten für die Nutzer zusammengetragen.

Streamen ist keine Urheberrechtsverletzungen

Christian Solmecke ist Rechtsanwalt und beschäftigt sich mit der Nutzung von kinox.to. Seiner Auffassung nach machen sich die Nutzer nur dann strafbar, wenn sie eine Kopie eines Films oder einer Serie auf ihrem eigenen Rechner speichern. Das Streamen der Sendungen sei dagegen in keinster Weise rechtswidrig. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (kurz GVU) hat die Aufgabe, anstatt der Symptome zu bekämpfen, das Problem an der Ursache zu lösen. Sie verfolgt keine Nutzer der Internetplattform, was sie mit dem aktuellen Durchsuchungen auch bewiesen hat. Auch Tobias Röttger vertritt die Meinung Solmeckes. Laut seinen Aussagen ist das Risiko, dass Nutzer von kinox.to strafrechtlich verfolgt werden, mehr als gering. Beispielhaft nannte er den Fall der Tauschbörsen, welche urheberrechtlich geschütztes Material an weitere Personen verteilen. Selbst hier besteht kein öffentliches Interesse daran, solche Personen zu verfolgen. Infolge der Redtube-Abmahnwelle im Jahr 2013 erkannten der Europäische Gerichtshof, das Bundesjustizministerium und das Landesgericht Köln, dass mit dem Schauen eines Films bei kinox.to keine Urheberrechte verletzt werden. Röttger fügte jedoch hinzu, dass er mögliche Abmahnungen der Nutzer nicht ausschließen wolle.

Mögliche Abmahnung verursacht geringe Kosten

Kommt es tatsächlich zu einer Abmahnung, dann fallen die Kosten für den Nutzer vergleichsweise gering aus. Es würden in einem solchen Fall Kosten für den Anwalt entstehen, die zwischen 124 und 169,50 Euro liegen würden. Damit wären die größten Kosten gedeckt, denn die Gebühren für den Schadensersatz würden dem Wert einer Kinokarte, oder einer DVD entsprechen. Sie würden sich daher auf nicht mehr als 20 Euro belaufen. Kommen noch Kosten für die Ermittlung hinzu, so könnte sich der finanzielle Schaden für den Nutzer auf maximal 250 Euro belaufen.

Nutzung von anderen Plattformen

Die GVU hat herausgefunden, dass auch die Internetplattformen mygully.com und boerse.sx als Nachfolger von boerse.bz von den zwei Beschuldigten ins Leben gerufen wurden. Die Nutzer haben hier die Möglichkeit, über verschiedene Links zu Büchern, Musik, Software und Filmen zu gelangen. Über einen One-Click-Hoster können die Daten dann heruntergeladen werden. Hier sollten sich die Nutzer jedoch in Acht nehmen, denn das Herunterladen von urheberrechtlichem Material stellt eine Verletzung dieser Rechte dar. Im Falle einer Aufdeckung der Nutzernamen müssen diese mit einer Abmahnung durch den Rechteinhaber rechnen. Im Falle von kinox.to ist nicht sicher, ob Nutzerdaten und IP-Adressen gespeichert wurden. IP-Adressen kommen in der Regel für maximal sieben Tage in das Archiv. Wenn überhaupt Nutzer verfolgt werden, dann müsse sich die Staatsanwaltschaft auf die gespeicherten IP-Adressen der vergangenen Tage beschränken und dem jeweiligen Nutzer zuordnen.

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