Razzia gegen boerse.biz – Welche Konsequenzen drohen Nutzern?

Nach der Razzia gegen das Streamingportal kinox.to haben Justiz und Polizei nun einen neuen Schlag gegen die Raubkopiererszene gestartet. Wie die Staatsanwaltschaft Köln mitteilte, haben Beamte am 4. November in einer bundesweiten Razzia Wohnungen durchsucht. Der Verdacht, dem die Beamten nachgehen: Die Wohnungsinhaber sollen das Portal boerse.bz betrieben und urheberrechtsmäßig geschütztes Film- und Tonmaterial verbreitet haben.

Razzia professionell vorbereitet

An der generalstabsmäßig vorbereiteten Aktion waren rund 400 Polizeibeamte beteiligt. Sie durchsuchten insgesamt 121 Wohnungen in insgesamt 14 Bundesländern. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, dass sie urheberrechtlich geschützte Kino- und Spielfilme, Musikalben, Software und E-Books bei einer Reihe von Filmhostern hochgeladen und verbreitet haben. Über das Portal boerse.biz sollen sie einer überwiegend deutschen Downloadszene die Produkte in einem Gesamtwert von 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben. Dadurch erzielten die Verantwortlichen Gewinne von monatlich mehreren tausend Euro, während die Rechteinhaber aus der Film- und Musikindustrie leer ausgingen. Der Razzia vorausgegangen war eine Anzeige der GVU, der Gesellschaft zur Verfolgung der Urheberrechte sowie der Münchner Medienkanzlei Waldorf Frommer.

Beweismittel im großen Umfang sichergestellt

Bei der Razzia stellten die Beamten Beweismittel im großen Umfang sicher. Dazu gehören beispielsweise Computer, Festplatten sowie eine große Anzahl von CDs und DVDs. Nach Angaben der Polizei zeigten einige der Beschuldigten bereits Kooperationsbereitschaft. Die Ermittlungsbehörden hoffen jedoch, über die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel weitere Kenntnisse über die Raubkopiererszene zu erhalten.

Folgen für User noch unklar

Inwieweit die Razzia Konsequenzen für die Raukopiererszente mit sich bringt, ist bislang völlig offen. Nach Angaben des Kölner IT-Anwalts Christian Solmecke handele es sich bei boerse.biz nicht um eine im rechtlichen Graubereich liegendes Streamingportal, sondern es würden Downloads veranlasst. Das Herunterladen geschützter Inhalte gilt als rechtswidrig. Dazu kommt, dass das bloße Anmelden von Nutzern noch nicht rechtswidrig sei. Ein Rückverfolgen der IP-Adresse ist in Deutschland allerdings nur sieben Tage möglich. Außerdem ist davon auszugehen, dass sich die GVU zunächst auf die „großen Fische“ konzentriert. Insofern ist zu erwarten, dass die Razzia gegen das Portal boerse.biz nicht das letzte seiner Art gewesen ist.

Quelle: pc-magazin.de

Ein Kommentar zu “Razzia gegen boerse.biz – Welche Konsequenzen drohen Nutzern?

  1. Waldorf Frommer teilt in seiner Pressemeldung mit, dass sie nur gegen die Uploader vorgehen wollen. Die Power-Uploader, die ermittelt worden sind, mussen mit ernsthaften Konsequenzen rechnen, wenn die Ermittlungsbehorden die Uploads nachweisen konnen.

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